Ratgeber
Heuschnupfen! – Die Pollenallergie
Die Pollenallergie ist die häufigste allergische Erkrankung. Der weit verbreitete Ausdruck «Heuschnupfen» weist auf den Bekanntheitsgrad dieser Erkrankung hin. Die klassische Beschreibung des Heuschnupfens geht auf das Jahr 1819 zurück.
In der Schweiz hat die Heuschnupfen-Erkrankung in den letzten 50 Jahren um mehr als das Zehnfache zugenommen. Heutzutage leidet ungefähr jeder sechste Schweizer an einer mehr oder weniger ausgeprägten Pollenallergie. Die Pollenallergie ist durch die Überempfindlichkeitsreaktionen an den Augen, der Nase und der Atemwege gekenntzeichnet. Die Beschwerden treten typischerweise jährlich zur selben Zeit auf.
Pollen als Auslöser des Heuschnupfens
Die Pollenallergie wird durch Blütenstaub von Pflanzen ausgelöst, die windbestäubt sind. Diese Pflanzen tragen meist unscheinbare Blütenstände und werden daher von den Patienten als Ursache für die Beschwerden oft nicht erkannt. Dies ganz im Gegensatz zu den Insektenbestäubten Pflanzen wie Weiden (mit ihren dekorativen Kätzchen), Forsythie, Rosskastanie oder Flieder – eigentlich alle diejenigen Pflanzen, die farbenprächtige Blüten besitzen.
Welche Pollen sind wichtig für den Heuschnupfen?
Die meisten Pollenallergiker reagieren auf Gräserpollen. Aber ein Teil der Betroffenen kann bereits ab Januar/Februar mit echten Heuschnupfensymptomen aufwarten, dann nämlich, wenn die Hasel- oder die Erlenkätzchen die Pollen in die Luft abgeben. Diese jahreszeitlich früh einsetzende Pollenallergie wird oft als Erkältung verkannt.
Zusammenhang von der Pollenallergie zur Nahrungsmittelallergie
Im Zusammenhang mit der Pollenallergie leidet ungefähr jeder zweite der Betroffenen an einer Nahrungsmittelallergie. Diese äussert sich meist unmittelbar beim Essen von Früchten wie Äpfeln, Nüssen, Birnen, Kirschen oder Kiwi in Form eines Juckreizes oder eines Kribbelns an Lippen, Gaumen oder im Rachen. Manchmal können auch Gemüse wie Rüebli, Sellerie oder Gewürzpflanzen solche Beschwerden auslösen. Wenn die auf den Lippen-, Mund-, Rachenbereich lokalisierten Symptome beim Essen nicht beachtet werden, können schwerere Reaktionen wie Atemnot (Asthma), Nesselausschlag, Schwächegefühl bis hin zum Kollaps (Schock) auftreten. Auch Honig kann ähnliche Symptome auslösen, weil Honig verschiedene Pollenarten – je nach Herkunft und Menge bis zu mehreren 100 000 Pollen pro Gramm – enthalten kann.
Pollenmessungen in der Schweiz
Damit vorsorgliche Massnahmen und Beratungen möglich sind, werden in der Schweiz seit ungefähr 1983 systematisch Luftpollenmessungen durchgeführt. Die Daten und Informationen werden in Form von Bulletins über Radio, Zeitungen und andere Medien an das Publikum weitergeleitet.
Fast jeder zweite Patient mit einer Pollenallergie leidet auch an überempfindlichen Bronchien bis hin zu asthmatischen Beschwerden, die sich vor allem bei sportlichen Anstrengungen, Rauch oder Kälteexposition zeigen. Daher ist es wichtig, dass die Symptome sogar bei einem leichten Heuschnupfen beachtet und behandelt werden.
Therapie
Wie bei jeder Allergie geht es darum, die Allergenquellen möglichst zu meiden. Wegen des flächendeckenden Aufkommens der Pollen in der Luft ist eine konsequente Vermeidung selten realisierbar. Nicht jeder von uns vermag es, in der Heuschnupfenzeit regelmässig ins winterliche Australien zu jetten. Heute steht für die Behandlung des Heuschnupfens eine grosse Palette wirksamer Medikamente zur Verfügung. Dabei können Augentropfen, Nasensprays oder auch Tabletten eingenommen werden, die häufig kombiniert werden können. Daneben kann zusätzlich eine spezifische Immuntherapie (Hypotherapie- oder Desensibilisierung) mit Pollenallergenen in Betracht gezogen werden. Diese Behandlungsform gilt auch heute immer noch als die einzige Behandlung der Pollenallergie, die das Übel an der Wurzel packt und das Immunsystem von «allergisch» auf «nicht-allergisch» ändern kann.
Auch wenn wir heute die Ursache der Pollenallergie kennen und über die Kenntnis vieler therapeutischer Massnahmen verfügen, ein Ende der Pollenallergien ist nicht in Sicht. Trotzdem müssen wir uns wegen der lästigen Beschwerden die schöne Jahreszeit nicht vermiesen lassen, fragen Sie uns um Rat, wir helfen helfen Ihnen gerne weiter.
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